Ein neues Wir - ökologische Lebensgemeinschaften

#1 von Hans , 29.12.2010 18:39

Hallo miteinander,

zum Jahreswechsel hat man ein wenig mehr Zeit, vielleicht auch zum Lesen. Deshalb habe ich einige Informationen zusammengestellt zu ökologischen Lebensgemeinschaften.

Sicherlich erinnert Ihr Euch noch an die sibirische Gemeinschaft mit ihrem geistig sehr hoch entwickelten Wissarion?. Wir hatten uns darüber bereits ein Bild gemacht. Nun ist mir ein Interview aufgefallen mit einem deutschen Bewohner dieser Gemeinschaft. Ihr könnt es hier finden.

Ich habe dieses Interview mit großem Interesse gelesen. Man erfährt darin recht viel darüber, wie die Menschen dort leben und wie sie denken. Auch Probleme werden deutlich, die noch lange nicht gelöst sind...

Darüber hinaus ist mir ein neuer Film aufgefallen, der über zehn weitere solcher Gemeinschaften in Europa berichtet. Zwei davon auch im Osten Deutschlands. Ich habe mir diesen Film „Ein neues Wir“ auf DVD bestellt und werde mich nochmals dazu äußern, wenn ich ihn angesehen habe.

Warum erscheint es mir wichtig, sich auch mit einem solchen Thema zu beschäftigen?

Es sind wohl die wenigsten unter uns, die mit dem Gedanken spielen, sich einer solchen Gemeinschaft anzuschließen oder vielleicht sogar eine neue zu gründen. Mitunter entstehen jedoch im Leben Situationen, in denen man sich das durchaus vorstellen könnte... Doch auch, wer sein bisheriges Lebensumfeld nicht verlassen möchte, für den kann das Anliegen, für das solche Gemeinschaften wirken, durchaus interessant sein.

Es sind doch alles Menschen, die neue Wege suchen, sich selbst zu verwirklichen. Dabei treffen sie auf Gleichgesinnte und versuchen, ein solches Leben zu gestalten. Dabei ist es interessant zu erfahren, daß jede dieser Gemeinschaften etwas anders organisiert ist, sich auch andere Schwerpunkte setzt. Doch gibt es auch viel Gemeinsames.

Wichtig erscheint mir vor allem, dieses Gemeinsame herauszufinden, zu erkennen, was alle diese Menschen vereint und was man aus diesen Gedanken und Erfahrungen in sein eigenes Leben integrieren kann, um vielleicht auch etwas naturverbundener, gesünder und gemeinschaftlicher zu leben.

Darüber so meine ich, lohnt es sich durchaus nachzudenken und vielleicht auch Meinungen auszutauschen.

Hier zunächst einige Informationen über die im genannten Film vorgestellten Lebensgemeinschaften. Ich habe dazu auch die entsprechenden Web-Seiten herausgesucht, so daß man sich noch besser einen Eindruck verschaffen kann:


Hier zunächst der Trailer des Filmes „Ein neues Wir“:


Und hier die zehn vorgestellten Gemeinschaften:

Sieben Linden (Deutschland, Nähe Stendal)
Ein Ökodorf, mit 120 BewohnerInnen, geringem ökologischen Fußabdruck, Vielseitigkeit, Weltoffenheit und interessanten Lehmbauweisen. Hier steht das erste, in Europa offiziell genehmigte, mehrstöckige Mehrfamilienhaus in Strohballenbauweise.


Schloss Tonndorf (Deutschland, Nähe Erfurt, Kranichfeld)
Eine Lebensgemeinschaft mit 60 BewohnerInnen. Ein ökologisches Leben mit einer Vielzahl an individuellen Menschen ist hier möglich. Außerdem ein sehr kinderreicher Platz. Für die Entwicklung der Kinder stellt die Gemeinschaft eine große Bereicherung dar.


Das Krishna Valley (Ungarn)
Ein Hare Krishna Ökodorf mit 150 BewohnerInnen, dass eine sehr hohe Selbstversorgung und einen geringen ökologischen Fußabdruck erreicht. Hier erlebt man die musizierenden Krishna-Devotees bei deren Hingabe bei der täglichen Arbeit und beim Gebet.


Die Ökogesellschaft Damanhur (Italien)
Mit rund 1000 Mitgliedern ist Damanhur das Größte der dargestellten Projekte. Doch nicht nur die Größe ist beeindruckend. Spätestens bei den überwältigenden unterirdischen Tempelanlagen kommt fast jede/r ins Staunen. Das Besondere an Damanhur ist auch zu sehen, wie die Menschen bereits seit über 30 Jahren mit ihrer eigenen Währung die Gemeinschaft stärken.


Schloss Glarisegg (Schweiz, direkt am Bodensee)
Eine Gemeinschaft, die Bewusstes Sein und Leben mit Hilfe ihres Seminar- und Gästebetriebs ermöglicht und fördert. Offenherzigkeit, schöne Natur und faszinierende Holzbauinstrumente erwarten den/die BesucherIn.


La Borie Noble (Frankreich)
Eine nach Gandhis-Philosophien lebende Gemeinschaft. Berührend zu sehen, wie einfach und naturnah das Leben hier bereits seit 45 Jahren gelebt wird. Man sieht, wie sich die Menschen mit eigenen Lebensmitteln und Handwerk versorgen und wie sie z.B. Brot, Käse, Gemüse aber auch Töpfereien auf ursprüngliche Weise herstellten.


Das Valle de Sensaciones (Spanien)
Ein Ort in Spanien, an dem kreative Menschen mit den Vorzügen eines naturnahen Lebensstils experimentieren. Hier ist es möglich, Gemeinschaft kurz oder längerfristig im unmittelbaren Kontakt mit der Natur kennenzulernen.


Matavenero (Spanien)
Ein ehemals verlassenes Bergdorf, welches im Zuge der Rainbow- Bewegung wiederbesiedelt und aufgebaut wurde. Heute ist es eine offizielle Gemeinde mit 70 BewohnerInnen. Neben einer stromlosen Transportseilbahn finden sich hier jede Menge kreativer Ideen und Bauwerke. Auch eine freie Schule gibt es hier.


Tamera (Portugal)
Dieses Friedensforschungsdorf ist eine internationale Ausbildungs- und Experimentierstätte für den Aufbau von Friedensdörfern und Heilungsbiotopen weltweit. Unter dem Motto „Lokal handeln, global wirken“ arbeiten und studieren hier derzeit rund 200 Menschen. Egal ob Ökologie, Technologie oder neue soziale Modelle - in Tamera wird alles in ein Ganzes gebracht und bis in die Tiefe erforscht und entwickelt. Dieses Dorf wurde von zwei Deutschen gegründet. Da kann man sehen, was so alles möglich ist...


Die Finca Tierra (Kanarische Inseln)
Eine kleine Gemeinschaft die zeigt, dass naturnahes Leben Fülle, Freude und Schönheit beinhalten kann. Die prächtigen Gärten und Natur-integrierten Rundhäuser machen Lust auf ein Leben in Kooperation mit Mutter Erde.

Und nun wünsche ich Euch viel Freude beim Lesen, Vergleichen und vielleicht sogar Anteil nehmen. Möglicherweise können diese Informationen auch Euer Leben bereichern.

Liebe Grüße an alle Leser

Euer Hans


 
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RE: Ein neues Wir - ökologische Lebensgemeinschaften

#2 von Hans , 02.01.2011 18:17

Hallo miteinander,

nun sind wir bereits im neuen Jahr angekommen. Ich will hoffen, daß auch Ihr gut „hereingerutscht“ seid. Wünsche hat es sicherlich auch genügend gegeben. Nun kommt es wohl darauf an, dieses neue Jahr 2011 zu gestalten, jeder mit seinen Möglichkeiten, jeder auf seine Weise.

Die Zeiten sind recht bewegt heutzutage und es ist ganz offensichtlich nicht so einfach, seinen Platz in dieser Welt zu finden, auf dem man auch noch Zufriedenheit und Heilung finden kann.

Für meine Familie und für mich wird dieses begonnene Jahr wohl ein Jahr der kleinen Schritte in die sicherlich richtige Richtung werden. Wir nehmen uns nicht viel vor und versuchen, jeden einzelnen Tag zu gestalten so gut es uns eben möglich ist. Es soll keine verlorene Zeit geben. Alles soll seinen Sinn haben. Wir wollen einfach zufrieden sein können mit dem was wir machen und vielleicht auch gestalten.

Die Zeichen dafür stehen gut. Heute am Sonntag, dem 02. Januar, kam ein weiterer großer Energieimpuls auf die Erde. Er ist deutlich als eine göttlich geistige Energie zu identifizieren, die keinem uns bekannten Heiligen zuzuordnen ist. Seine Quelle habe ich von außerhalb unseres Sonnensystems wahrgenommen. Diese Energie hängt wohl mit Transformationsprozessen unseres Planeten zusammen. Sie wird auch künftig hier bleiben und wirken und die Entwicklung der Erde geistig unterstützen.

Für uns bedeutet das vor allem, daß alle Methoden des geistigen Lebens und geistigen Heilens künftig noch viel wirksamer werden für Menschen, die bereit sind, sich für solche göttlich geprägten Energien und Informationen zu öffnen. Für andere Menschen wird sich wohl nicht viel ändern...

Ganz in diesem Sinne habe ich mir den neuen Film: „Ein neues Wir“ angesehen. Ich glaube, daß man über das Problem, das mit diesem Film aufgegriffen wurde und das von einer ganzen Reihe von Menschen bereits gestaltet wird, viel nachdenken kann.

Bei mir jedenfalls sind dazu mehr Fragen als Antworten aufgetaucht. Doch auch Fragen haben ja ihren Sinn. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit auf Dinge, Erscheinungen und Zusammenhänge, die uns interessant erscheinen, die wir aber zu einem gegebenen Zeitpunkt noch nicht richtig übersehen können...

So ist das auch bei diesen ökologisch-spirituellen Lebensgemeinschaften. Vor einigen Jahren hat man sie noch als „Aussteiger“ bezeichnet, die mit der modernen Zivilisation nicht mehr zurechtkamen und einfach anders leben wollten. Heute sind wohl solche Gemeinschaften schon weit über ein solches Stadium hinausgekommen. In zunehmendem Maße wirken sie sogar schon als Beispiel für ein neues Zusammenleben einer viel größeren Anzahl von Menschen.

Nun ist der Begriff Lebensgemeinschaften so neu nicht. Es hat sie immer gegeben, beispielsweise als christliche Lebensgemeinschaften in Klöstern oder ähnlichen Einrichtungen.

Deshalb ist schon die Frage berechtigt, was denn so neu ist an diesen ökologischen Lebensgemeinschaften.

Um dieser Frage etwas näher zu kommen, habe ich versucht herauszufinden, welche Gemeinsamkeiten solche ökologischen Gemeinschaften auszeichnen. So fällt mir auf, daß alle diese Menschen

1. Sich verstärkt hin zur Natur wenden, sich ihrer natürlichen Umwelt sehr verbunden fühlen, wenig Maschinen einsetzen und vorwiegend Handarbeit bevorzugen.

2. Ökologisches, naturnahes Wohnen praktizieren. Weitgehend dezentrale Wasserversorgung (eigene Quelle, Regenwasser), eigene dezentraler Stromproduktion (Fotovoltaik, Wasserräder u.ä.), Häuser mit natürlichen Materialien gebaut (Holz, Stroh, Lehm), Holzheizung (soweit überhaupt erforderlich)

3. Das Land gemeinschaftlich besitzen. Ansonsten wird weniger Wert auf individuelles Besitzen gelegt, umso mehr auf gemeinschaftliches nutzen angeschaffter Gebrauchsgegenstände.

4. Sich vorwiegend vegetarisch oder sogar vegan ernähren, wobei viel Wert auf wachsende Autarkie gelegt wird. So viel, wie irgend möglich, wird selbst angebaut, konserviert und gelagert, teilweise auch vermarktet.

5. Nahezu ausschließlich basisdemokratische Strukturen der Verwaltung und Organisation der Arbeit gestalten, in der alle einbezogen sind.

6. Eine überaus kinderfreundliche Umgebung gestalten, in der die Kinder spielend lernen und sich entwickeln können.

7. Nach authentischer Spiritualität suchen und streben, jenseits von Religionen.

8. Einen hohen Wert der künstlerischen und musischen Betätigung einräumen (singen, tanzen, künstlerisch gestalten)

9. Bestrebt sind, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in Seminaren, Workshops und auch bei Gastaufenthalten in der Gemeinschaft weiterzugeben.

Das sind einige Kriterien, die mir sofort aufgefallen sind.

Nun kann man sicherlich nicht jedem Menschen raten, sich einer solchen Gemeinschaft anzuschließen oder sogar eine neue zu gründen. Dies muß wohl jeder für sich selbst herausfinden. Die interessantere Frage für mich ist die, was man von diesen Kritierien in seinem ganz persönlichen Leben selbst nutzen und gestalten kann.

Das ist sicherlich zuerst eine Sache, die sich im eigenen Kopf einen Weg suchen muß. Doch wenn man etwas nachdenkt und einem solche Kriterien wichtig werden, dann kann man sicherlich irgendwo beginnen, etwas zu verändern. Der Beginn eines neuen Jahres ist wohl eine gute Gelegenheit dazu.

Vielleicht können wir uns auch austauschen zu solchen Fragen...

Soviel in aller Kürze dazu

Euer Hans


 
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RE: Ein neues Wir - ökologische Lebensgemeinschaften

#3 von Hans , 10.01.2011 11:10

Hallo miteinander,

zu diesem Beitrag über ökologisch-spirituelle Lebensgemeinschaften habe ich eine ganze Reihe von Zuschriften erhalten.

Darin wird immer wieder hervorgehoben, daß es immer wichtiger wird, zur heutigen Konsumgesellschaft, durch die unsere Umwelt auf´s Äußerste belastet wird, machbare Alternativen zu finden. Die Möglichkeiten dazu sind sehr vielfältig. Ökologisch-spirituelle Gemeinschaften sind sicherlich eine davon, eine recht wichtige.

Mitunter werden Befürchtungen geäußert, daß in solchen Gemeinschaften die individuellen Interessen nicht genügend berücksichtigt werden können und zu starke gemeinschaftliche Nivellierungen auftreten, denen man sich dann unterordnen müsse. Da wird sicherlich etwas dran sein.

Doch ist es eben auch so, daß kaum jemand die Kraft haben wird, alle Anforderungen des Lebens ganz alleine zu „stemmen“. Das beginnt bereits beim finanziellen Rahmen und endet bei den alltäglichen lebensnotwendigen Arbeiten zur Absicherung der Ernährung, der Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs und den zahlreichen sozialen Voraussetzungen des Wohlbefindens.

Also steht man vor dem Problem, wie man beide Extreme, die individuelle Freiheit und die Erfordernisse einer Gemeinschaft, möglichst optimal unter einen Hut bekommen kann. Das ist sicherlich nicht leicht. Es ist der Weg einer Entwicklung, in der auch manche Umwege eingeschlossen sein werden. In den Interviews auf der genannten DVD wird davon einiges ausgesprochen, anderes sicherlich auch nicht. Die geistige Freiheit und die starke kulturelle Betätigung im Rahmen solcher Gemeinschaften wird wohl auch viel zu einem solchen Ausgleich beitragen.

Recht deutlich kommt diese Annäherung von Individuellem und Gemeinschaftlichem in den Dörfern der sibirischen Gemeinschaft Ökopulis Tiberkul zum Ausdruck. In dieser Gemeinschaft hat jeder sein eigenes Haus und sein eigenes Grundstück und kann das auch selbst gestalten. Allerdings gehört zu jedem dieser Häuser auch nur eine Gartenfläche von ca. 2000m² . Wie jedoch im genannten Interview zum Ausdruck kommt, reicht diese Fläche vielfach schon zur Selbstversorgung aus.

10.000m² wären natürlich noch besser. Doch in der Vision von Anastasia bekommen die Leute diesen Hektar Fläche für den Familienlandsitz unentgeldlich zugeteilt. Ungeachtet dessen haben sich in Russland bisher schon weit über 700 Anastasia-Clubs gegründet, deren Ziel es ist, einen eigenen Familienlandsitz zu gründen. Die Tendenzen gehen offensichtlich dahin, daß größere Wochenendgrundstücke erworben werden, um sie parallel zum Leben in der Stadtwohnung zu gestalten mit der Option, später einmal vollständig überzusiedeln. Auf diesen Seiten könnt Ihr Einiges dazu erfahren.

Zumindest in Westeuropa müßte man das Land jedoch selbst kaufen. Das bedeutet in Deutschland ca. 20.000 - 40.000 € für einen Hektar Ackerland. Wenn man noch etwas darauf bauen möchte, muß die Fläche als Baugrundstück erworben werden. Dann wird das Ganze noch um ein Vielfaches teurer.

Dann hat man aber in der Regel noch keinen Zaun drum herum. Und den braucht man, wenn das angebaute Gemüse nicht durch wilde Tiere verspeist werden soll... und man hat auch noch kein Haus, in dem man wohnen kann...

Auch sollte die Fläche so groß sein, daß andere ähnlich große Siedlungen drum herum möglich wären. Mit einem Wort - eine schöne Vision, doch eben in Mittel- und Westeuropa kaum finanzierbar und damit kaum machbar.

Das wird wohl ein wichtiger Grund sein, warum sich Leute zusammentun, und gemeinsam den Grundbesitz erwerben. Das scheint schon realer zu sein, ist aber immer noch schwierig genug.

In dem Film kann man sehen, daß ein solches Zusammengehen schon irgendwie funktioniert. Es kommt eben darauf an, wie die entsprechenden Freiräume organisiert werden. Und da geht jede Gemeinschaft etwas anders heran...

Doch abgesehen von den Gemeinschaften, haben ja auch Viele von uns jetzt schon einen Garten und brauchen ihn nicht erst zu kaufen. Mancher kann vielleicht auch einen Garten pachten. Vor allem kommt es wohl darauf an, in diesem Garten ein kleines Stück Autarkie zu verwirklichen. Man kann vielleicht noch bewußter Obst und Gemüse anbauen, Zonen für die Erholung anlegen, Hecken für die Vögel pflanzen, vielleicht auch eine kleine Fotovoltaikanlage installieren zur Eigenversorgung mit Strom, also ohne Vertrag zur Lieferung ins große Netz. So etwas ist im Kommen und bietet natürlich zusätzliche Anreize. Vielleicht kann man auch einen eigenen Brunnen genehmigen und bohren lassen... Solche Sachen sind oft ohne allzu großen Aufwand machbar.

Doch auch im ganz persönlichen Leben kann man sich etwas von der Konsumgesellschaft abgrenzen. So braucht man sicherlich nicht jedem Trend hinterherzujagen, kann sich auf das Einfache, das Bewährte besinnen. Man kann auch ohne ein Haus im Grünen zu haben, viel Zeit in der freien Natur verbringen.

In der Ernährung ist das auch nicht so schwer, wenn man dem Kriterium der Naturbelassenheit mehr Raum gibt. Überprüft doch einmal, was Ihr so am Tage esst und trinkt. Was davon ist so, wie es uns die Natur schenkt, und was davon ist irgendwie verarbeitet? Allein das scheint mir ein riesiges Gebiet zu sein, bei dem man sein Verhalten prüfen und auch im Sinne der Ökologie verändern kann.

Auch kann man sich in Richtung vegetarischer Ernährung entwickeln. Man braucht dann keine Schuld mehr zu verdrängen und kann wieder jedem Tier voller Liebe und Achtung in die Augen sehen. Das ist ein sehr schönes Gefühl... Das Geld für Fleisch und Wurst steht dann für andere interessante Aufgaben zur Verfügung - ein zusätzlicher Effekt...

Selbst ernähre ich mich nun schon seit einigen Jahren rein vegetarisch und mir fehlt es an nichts. Ich frage mich manchmal, wie man denn auf solche „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ gekommen ist, daß der Mensch unbedingt Fleisch und Wurst und Fisch essen müsse, um keinen Mangel an Vitamin B und anderen Vitalstoffen zu erleiden... Große Geistesblitze scheinen bei solchen Untersuchungen nicht im Spiel gewesen zu sein... Nun ja, wer´s glaubt wird damit leben müssen.

Vor einigen Tagen war ich einmal in einem Naturkost-Supermarkt zum einkaufen. Ich muß sagen, daß ich mir durch diese Fülle der verarbeiteten Produkte, die dort angeboten wurden, regelrecht "erschlagen" vorgekommen bin. Die weitaus meisten Produkte waren durch viele Verarbeitungsstufen so gequält, daß von Naturbelassenheit nichts mehr übrig war. Lediglich das auf einer relativ kleinen Verkaufsfläche angebotene unverarbeitete Obst und Gemüse konnte diesen Anspruch erfüllen. Doch auch diese Lagerung war viel zu warm und zu trocken, so daß mich so Manches schon recht müde angeschaut hat. Wie einfach wäre es doch, mit einer Sprühflasche etwas Wasser darüber zu spritzen. Dann hätte Vieles wieder frischer ausgesehen. Doch so weit haben offensichtlich Interesse und Kraft der Verkaufsphilosophie nicht gereicht.

An die Haltbarkeitsfristen dieser vielen Tausend Lebensmittel-Produkte konnte ich garnicht denken. Da hätte ich mir einen großen Müllcontainer vorstellen müssen und das hätte mir noch mehr weh getan...

Wie habe ich mich da nach einem einfachen Hofladen eines Bio-Bauern gesehnt, wo alles noch in einem geschlossenen Kreislauf produziert und verkauft wird. Auch darüber darf man einmal nachdenken.

Vielleicht können wir diese Diskussion noch etwas weiterführen, können uns über die im Moment machbaren Sachen austauschen, aber auch über unsere Visionen und Träume in dieser Richtung. Alles das hat sicherlich einen Platz in unserem Leben, den wir auch gewähren sollten.

Soviel einige weitere Gedanken zu diesem Thema

wünsche Euch allen eine gute Zeit

Euer Hans


 
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