Sichtweise des Schafes oder des Adlers?

#1 von Hans , 14.10.2009 21:26

Hallo miteinander,

wer sich in dieses Forum „verirrt“ gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Suchenden. Auch ich empfehle recht oft meinen Patienten und auch Freunden, sich auf die Suche zu machen...

Doch was ist das für eine Suche? So mancher hat mich schon gefragt, was er denn eigentlich suchen soll? Eine solche Frage ist nicht einfach zu beantworten.

Da kommt mir dieses Bibelwort in den Sinn:

„Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“

Alles das weist hin auf eine eigene Aktivität. Ich selbst muß bitten, wenn mir gegeben werden soll. Ich selbst muß suchen, wenn ich finden will. Und ich muß anklopfen, wenn mir geöffnet werden soll...

Die Suche ist also zunächst eine innere Haltung eines jeden Menschen, Probleme des eigenen Lebens und seiner Umwelt zu erkennen. Damit lassen sich ganz persönliche Lösungen finden, die man abwägen kann. Der eigene Lebensweg wird klarer sichtbar und kann entsprechend der gegebenen Möglichkeiten ganz bewußt beschritten werden.

Da geht es nicht so sehr um einen Anfang und ein Ende. Da geht es vor allem um die Richtigkeit dieses Weges. Führt dieser Weg zu mir hin? Ist es ein Weg des Lernens, des sich Vervollkommnens? Oder ist es ein Weg, der bewußt oder unbewußt nach rückwärts führt, der neue Irrtümer und neue Schuld aufbaut?

Es liegt also an uns selbst, wohin wir uns wenden...

Die äußeren Bedingungen sind heutzutage sehr stark von Manipulation geprägt. So stark wie nie zuvor werden wir von offiziellen und geheimen Machtstrukturen beeinflußt und gelenkt. Viele Menschen machen sich keine Gedanken über solche Fragen, richten die Fahne nach dem Wind.

Es kommt einem vor wie eine Schafherde, die von einem Schäfer vor sich her getrieben wird. Fühlen wir uns wie ein solches Schaf, haben wir keine große Wahl. Wir müssen der Weisung des Schäfers folgen... nicht nur auf der Weide, sondern letztlich eben auch zum Schlachthof...

Wie anders ist da ein Adler. Wer sich wie ein Adler fühlen kann, der hat die Übersicht und der hat die Freiheit. Ist es nicht lohnend, sich von der Sichtweise des Schafes hin zur Sichtweise des Adlers zu entwickeln? Genau das ist Ziel und Ergebnis eines „sich auf die Suche Begebens“.

Was uns bei einer solchen Suche hilft, das sind ganz besonders unser WISSEN, unser GEFÜHL und unsere ERFAHRUNG.

In einer solchen Dreieinigkeit sind wir stark. Wissen allein kann auch oft in die Irre führen, wenn es nicht eingeordnet und überprüft werden kann. Viele Informationen, die uns täglich erreichen, können wir längst nicht mehr überprüfen. Es wird von uns erwartet, daß wir sie einfach glauben. Das jedoch ist wieder die Sichtweise des Schafes...

Gefühl allein kann ebenfalls trügerisch sein. Auch Gefühl kann oft nicht auf Wahrhaftigkeit überprüft werden. Wenn jedoch Wissen und Gefühl zusammenkommen, ist das oft schon ein viel besserer Kompaß.

Und schließlich die Erfahrung. Zunächst resultiert Erfahrung immer aus der Vergangenheit. Der Vorteil besteht darin, daß wir das Ergebnis schon kennen und neu auftauchende Fragen damit vergleichen können. Das ist eine zusätzliche Stütze für unsere Orientierung...

Wer jedoch über Fähigkeiten einer erweiterten Wahrnehmung verfügt, für den steigt die Rolle des Gefühls bei seiner Lebensorientierung deutlich an. Ich selbst richte mich immer nach meinem Gefühl, wenn keine logischen Widersprüche zum Wissen und zur Erfahrung erkennbar sind.

Wer sich also zur Sichtweise eines Adlers hin entwickeln möchte, braucht viel Wissen, sensibles Gefühl und gute Erinnerung an Erfahrungen.

Tauschen wir uns also über diese Fragen aus. Dieses Forum ist doch eine gute Möglichkeit dazu. Demnächst werde ich mich zu diesen Fragen nochmals melden.

Liebe Grüße und alle guten Wünsche

Euer Hans


 
Hans
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zuletzt bearbeitet 15.10.2009 | Top

   

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